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50 Shades of Grey: Wie Feuchtgebiete, nur mit Gewalt?

Die Verfilmung des Erotik-Bestsellers 50 Shades of Grey sorgte bereits vor Erscheinen für einige Diskussionen. Dabei erinnert uns vieles an die Kritik zum Film Feuchtgebiete im letzten Jahr. melty.de hat euch den Vergleich !

50 Shades of Grey ist ein Film, der ohne seine mit Sehnsucht erwarteten gewaltvollen Sex-Szenen mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt wäre. Mit ihrem Erotik-Bestseller gelang es der Autorin E. L. James, auf ungenierte Weise die Themen Sado-Maso und Gewalt beim Sex zwischen einer jungen (/jungfräulichen) Studentin und einem sechs Jahre älteren Geschäftsmann in den Fokus der öffentlichen Diskussion zu stellen. Der erste Band der Erotik-Bestseller-Trilogie ist inzwischen das am schnellsten verkaufte Taschenbuch der Welt und auch der Trailer zu dem im kommenden Februar erscheinenden Film zu 50 Shades of Grey ist zwei Wochen nach seiner Veröffentlichung bereits der am meisten angeschaute Trailer der Kinogeschichte ! Der Medien-Hype ist derzeit enorm, doch während viele das Buch und den Film wegen der schlecht geschriebenen Story oder den Darstellern bereits zerreißen, können wir jetzt schon davon ausgehen, dass dieser Film ein Kassenschlager wird. Doch was macht die Faszination eines solchen Werkes aus ? Vieles erinnert uns an die Diskussion um die Verfilmung von Charlotte Roches provokantem Debüt-Roman Feuchtgebiete, der im vergangenen Jahr in die Kinos kam. 50 Shades of Grey, ein Film wie Feuchtgebiete, nur mit Gewalt ?

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Die Veröffentlichung des Romans Feuchtgebiete von Charlotte Roche liegt inzwischen sechs Jahre zurück und hatte bereits damals für einen öffentlichen Skandal gesorgt. Das Ziel von Charlotte Roche war es gewesen, auf gesellschaftliche Tabu-Themen wie Masturbation oder Geschlechtskrankheiten aufmerksam zu machen. Die Verfilmung passte sich schließlich an die sehr derbe, einfache Sprache des Romans an - und war dadurch trotz des ständigen Geredes über Sex zu keiner Sekunde sexy oder gar erotisch. Das Besondere am Film Feuchtgebiete war, dass er all die potenziell eher unzüchtigen Themen in einer derart selbstverständlichen Weise darstellte, dass man zwar in manchen Momenten etwas irritiert den Mund verzog, aber sich ansonsten kaum dessen bewusst war, dass es in diesem Film um sexuelle Lust gehen sollte. 50 Shades of Grey ist im Gegensatz dazu ein Film, der bewusst mit der Erotik spielt. Wenn wir uns alleine schon den Trailer anschauen, so wird den Zuschauern/innen garantiert ein eher wohliger Schauer über den Rücken laufen - beim Trailer zu Feuchtgebiete, den wir euch hier ebenso vorstellen, gleicht das wohl eher einem großen WTF, was sich in unseren Augen widerspiegelt. Und doch hatten beide Autorinnen dieselbe Absicht : Eine gesellschaftliche Diskussion zu Themen anzustoßen, über die man sonst sogar in den eigenen vier Wänden kaum spricht.

In einem herrlichen Beitrag auf stern.de stellte sich die Autorin Sophie Albers bereits vor zwei Jahren die Frage, was den Erfolg der „Mutti-Erotik von ‚Shades of Grey‘“ denn überhaupt ausmache und wie es zu dem kommen konnte, „was die Buchindustrie speicheltriefend ‚Phänomen‘ nennt : 31 Millionen [verkaufte] Bücher aus der Feder einer britischen Hausfrau mit fesselnder Fantasie“. Albers führte dies vor allem darauf zurück, dass 50 Shades of Grey zu der Zeit auf der „Erfolgswelle der ‚Twilight‘-Serie“ gesurft habe und die Sex-Fantasien der Autorin E. L. James somit „die logische und damit genial lukrative Fortsetzung der No-Sex-Fantasie seien“. Der Sprecher der Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V., den Albers zu dem Phänomen 50 Shades of Grey befragt hatte, betonte, dass es sich bei 50 Shades of Grey endlich um ein „Sex-positives Buch“ handle, das gehypt werde, wohingegen er Feuchtgebiete von Charlotte Roche hier eher als ein Negativbeispiel betrachte. Doch was macht 50 Shades of Grey, das ja neben der Lust am Sex ebenso die Unterwerfung der Frau im Bett als unhinterfragt in Kauf nimmt, zu einem auch für Frauen Sex-positiven Werk ?

Während der Film Feuchtgebiete das Thema (Intim-)Sex eher auf eine provozierend ordinäre und meilenweit von der Lust entfernte Art und Weise abhandelt, wird es im Film zu 50 Shades of Grey an sinnlichen und oftmals brutalen Sex-Szenen nicht mangeln, das haben auch die beiden Darsteller Dakota Johnson und Jamie Dornan bereits mehrfach bestätigt. Doch der von vielen kritisierte Aspekt, dass sich die junge Studentin Anastasia Steele dem undurchsichtigen Geschäftsmann Christian Grey quasi vollständig unterwerfe, sei nach Ansicht der Autorin E. L. James auch nicht ganz richtig, da Ana ja durchaus mit den Emotionen von Christian spiele und genau wisse, dass dieser sich trotz seiner dominanten Seite kaum seinen wachsenden Gefühlen ihr gegenüber entziehen kann. Außerdem gehöre es zur Emanzipation der Frau heutzutage auch, im Bett machen zu können, was sie wolle, so die Sprecherin des Berliner Vereins BDSM (Bondage&Discipline, Dominance&Submission, Sadism&Masochism), Kathrin Passig, die im oben erwähnten Stern-Artikel ebenfalls zitiert wurde. Während man sich bei Feuchtgebiete also manchmal nur noch fragte : ‚Muss man so etwas wirklich öffentlich diskutieren ? , können wir uns bei 50 Shades of Grey also ganz entspannt zurücklehnen und „die gute alte Vögelei“ (E.L. James) vor uns auf der Kinoleinwand genießen… Was macht für euch den Reiz von 50 Shades of Grey aus?

Quelle : stern.de

50 Shades of Grey

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