Game of Thrones Staffel 6: Folge 7, Review - "Haus Stark ist NICHT tot" [SPOILER]

Haus Stark ist tot? Pfff! Wartet's mal ab...
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Ein Mädchen wird niedergestochen, ein Mann kehrt zurück und viele, viele Drohungen werden ausgesprochen - Episode 7 von “Game of Thrones” Staffel 6 hatte so einige spannende Highlights parat! Lest hier Teil 2 unseres ausführlichen Reviews zu “The Broken Man”. [SPOILER]

Im ersten Teil unseres Reviews zu Folge 7 von Game of Thrones Staffel 6 berichteten wir euch - neben der überraschenden Rückkehr des titelgebenden “gebrochenen” Mannes aka Sandor “The Hound” Clegane - bereits über die Lage in Königsmund, wo Margaery uns endlich einen wenn auch nur klitzekleinen Einblick in ihre Pläne erlaubte. So ist die Königin offenbar in der Tat noch bei Sinnen und scheint die Maskerade der reumütigen und nun konvertierten Sünderin bis zur Perfektion auszuspielen. Ihre Großmutter Lady Olenna schickte sie zu deren eigenen Sicherheit zurück nach Highgarden, was Cersei nun wenige Tage vor ihrem Prozess (mit Ausnahme von The Mountain) alleine unter Feinden zurücklässt. Denn auch ihr Bruder Jaime wird sich nicht so bald auf den Heimweg machen können, gestaltet sich die Lage in Riverrun doch leicht komplizierter als gedacht: Brynden “The Blackfish” Tully denkt offenbar nicht im Traum daran, sein Heimatschloss aufzugeben, und hat genug Vorräte herangeschafft, um notfalls zwei Jahre im Schloss ausharren zu können. Was werden sich Jaime, Bronn und die Frey-Söhne also einfallen lassen? Und wann trifft endlich Brienne ein, die die Armee der Tullys ja eigentlich schnellstmöglich mit in den Norden nehmen soll? Denn so wie es aussieht, scheint die Rekrutierungsmission der Starks dort leider alles andere als zu fruchten…

So brachen Jon Snow, Sansa Stark, Davos Seaworth & Gefolge ja in Folge 5 von Game of Thrones Staffel 6 auf, um die verbliebenen Häuser im Norden für den gemeinsamen Kampf gegen Ramsay Bolton zu motivieren. Diese Mission stellt sich jedoch leider als deutlich schwieriger heraus als gedacht… Zunächst einmal die Wildlinge: Im Promo-Video zu Folge 7 von Game of Thrones Staffel 6 erklärte schon Tormund, dass Jon Snow sich schließlich für sie geopfert habe und sie allesamt “Feiglinge” seien, sollten sie nicht dasselbe für ihn tun.

Snow selbst zeigt sich wiederum durchaus verständnisvoll (“Ihr habt Recht. Das ist nicht euer Krieg.”), betont aber auch, dass sie, die Wildlinge, im Falle einer Niederlage der Stark-Armee die allerersten wären, die von Ramsay & Co. gejagt und gehäutet bzw. getötet würden. Ein Argument, das schließlich Wun-Wun, den letzten Riesen, auf seine Seite bringt, woraufhin auch die anderen nicht mehr lange zögern können. 2.000 Wildlinge - check! Bleiben also noch die diversen Lords im Norden, die sich - im Gegensatz zu den Karstarks und den Umbers (oder?) - noch nicht zu Verbündeten der Boltons erklärten.

Der nächste Besuch führt Jon, Sansa & Davos auf die Bäreninseln, wo wir eine beeindruckende Persönlichkeit kennenlernen: Lady Lyanna Mormont (gespielt von Bella Ramsey), benannt nach Ned Starks Schwester Lyanna Stark, führt ihre Männer mit harter Hand - dabei ist sie erst zehn Jahre alt! Ganz ehrlich: Gegen dieses Badass erscheint König (!) Tommen immer mehr wie ein armes, armes Würstchen… Doch Achtung: “Genug des Small Talks. Warum seid ihr hier?” Tja, Lyanna, dann lass uns doch direkt mal zum Punkt kommen: “Robb ist tot. Doch Haus Stark ist nicht tot. Wir brauchen Eure Hilfe”, versucht es Jon, der sich jedoch sogleiche eine harsche Abfuhr einfährt.

Haus Stark?! So sehe Lady Lyanna doch lediglich einen “Snow” vor sich, ebenso wie eine “Bolton” - oder doch eine “Lannister”? So klar sei das ja offenbar nicht… BÄHM. Ladies and Gentlemen, we proudly present to you… Lady Olenna’s Mini-Me! Und auch Jons unbeholfene Oberlehrer-Versuche scheitern kläglich (“Sie müssen verstehen, Ma’am…”), bis Onkel Davos schließlich das Heft in die Hand nimmt und die selbstbewusste Lady so behandelt wie eine. Dank seines eigenen Werdegangs und seinen Erfahrungen mit Shireen Baratheon (RIP, kleine Prinzessin) weiß er, mit dem Mädchen zu sprechen und ihr zu versichern, dass dies nicht in der Krieg “von irgendjemandem” sei, sondern, in der Tat, “unser Krieg”.

In einer Rede, von der wir schon angenommen hatten, er halte sie gegenüber Sansa Stark, erzählt er Lady Lyanna von ihrem Onkel Jeor Mormont, dem Vorgänger von Jon Snow im Amt des Lord Commanders, und davon, dass der “wirkliche Krieg” nicht der zwischen irgendwelchen rivalisierenden Häusern sei. “Der wahre Krieg spielt sich zwischen den Lebenden und den Toten ab” und ein geteilter Norden habe nicht den Hauch einer Chance gegen den Night King. Auch wenn Lyanna schließlich “nur” 62 Männer abbestellen kann (“Wir sind nicht viele, aber wir sind stolz!”), so muss Davos doch schmunzelnd feststellen: “Wenn diese 62 auch nur halb so stürmisch sind wie ihre Lady, dann sind die Boltons dem Untergang geweiht.” Amen.

Die nächste Station ihrer Reise führt die tapferen Rekrutierer zu Lord Robett Glover (Tim McInnerny), der jedoch keinerlei Anstalten macht, sich irgendwelche Geschichten über White Walker o.ä. anzuhören. Im Stich gelassen, als die Greyjoys sein Schloss überfielen, und von den Boltons “gerettet”, fühlt sich der junge Lord alles andere als verpflichtet, seinen Schwur gegenüber den Starks einzuhalten. “Ich diente Haus Stark einst, doch Haus Stark ist tot”, erklärt er neben vielen anderen Dingen, die zwar wahr sind, doch sicherlich nicht das, was Jon & Sansa in dem Moment hören wollen…

Am Ende gelangt die Stark-Armee schließlich zu jenem Ort, wo einst auch Stannis Baratheons Armee kampierte. Ein schlechtes Omen vor dem nahenden Angriff auf Winterfell? “Wir brauchen mehr Männer”, lautet jedenfalls Sansas Feststellung, während Jon sich ungewohnt angriffslustig zeigt und am liebsten jetzt sofort angreifen würde. Während wir uns bereits bange fragen, wie lange es wohl noch dauern wird, bis Davos den Ort entdeckt, an dem Shireen von Melisandre verbrannt wurde (und sie dann hoffentlich auch direkt damit konfrontiert!), erblickt Sansa Lady Lyannas Raben, was in ihr offensichtlich einen Entschluss reifen lässt. Wenig später sehen wir, wie sie einen Brief schreibt, mitsamt offiziellem Siegel - und wir können uns wohl schon denken, an wen der gehen wird… [UPDATE: Der Brief wurde mittlerweile weitestgehend entziffert!]

In Volantis erwartet uns derweil eine schon lang nicht mehr gesehene “Game of Thrones”-Spezialität: Eine heiße Bordell-Szene! Doch nicht etwa mit Tyrion oder Varys, die mal eben ihre schmucke Pyramide in Meereen verließen, sondern mit… Yara & Theon Greyjoy! So machten die beiden Geschwister mitsamt ihrer Flotte offenbar Halt in der Hafenstadt im südlichen Essos, was nicht nur bedeutet, dass die Ironborn ganz schön schnell unterwegs sind, sondern auch, dass wir nun wohl schon eine Ahnung haben, wohin es die beiden verstoßenen Greyjoy-Erben treibt… Nach Meereen!

Und tatsächlich, wenig später erläutert Yara ihren Plan nochmals gegenüber ihrem Bruder: Sie wollen nach Meereen reisen und einen Pakt “mit dieser Drachenkönigin” schließen, von der ihr Onkel Euron erzählte. Nur dass ihr Bruder leider alles andere als motiviert scheint, während sich Yara, die wir bislang eigentlich für eher prüde hielten, prächtig mit einer der Prostituierten vor Ort amüsiert. “So lange wir am Leben sind, stellen wir eine Bedrohung [für Euron] dar”, appelliert sie an ihren Bruder und fordert ihn dazu auf, auf keinen Fall die Hoffnung zu verlieren.

In bester Westeros-Manier soll er seine Zweifel einfach herunterschlucken - am besten mit einem guten Humpen Bier - und gefälligst jene Reek-Episode seines Lebens ausblenden. “Sch… auf Gerechtigkeit, wir werden unsere Rache bekommen!”, ereifert sich Yara und spricht ein Machtwort gegenüber dem immer noch zweifelnden Theon: “Wenn Du nicht mehr willst, dann beende es. Schneid Dir die Pulsadern auf. Aber wenn Du bleibst, dann brauche ich Dich. [...] Hörst Du mich?” - JA… Ganz ehrlich: Wir sind ja schon seeehr gespannt, wie Dany reagieren wird, wenn die Flotte der Ironborn urplötzlich in ihren Hafen einfährt...

Irgendwo in den grünen Weiten der Riverlands findet sich derweil eine kleine Meditationsgruppe zusammen, im Rahmen derer Ray (Ian McShane) den anderen von seiner “Karriere” als Soldat, Dieb, Mörder und Haste-nicht-gesehen erzählt - bis zu jenem Punkt, wo er nur noch Scham für seine Taten empfand. “Es ist nie zu spät, umzukehren”, beschwört er seine Zuhörer gerade, als auf einmal drei Reiter auftauchen, die alles andere als vertrauenswürdig aussehen… Nach einem kurzen Abchecken, was bei dem friedlichen Sitzkreis zu holen sei, erklären die drei noch leicht süffisant: “Passt auf euch auf, denn die Nacht ist dunkel und voller Schrecken”, bevor sie davonreiten und uns auf einmal die Ohren klingeln…

Auch Sandor Clegane macht den Eindruck, als ob ihm diese drei Gesellen doch bekannt vorkämen, was er später gegenüber Ray auch zum Ausdruck bringt: “Die waren von der Bruderschaft [ohne Banner]”, warnt er seinen Retter (und bestätigt damit diverse Spoiler-Gerüchte zur Rückkehr von Thoros von Myr & Co.), doch der erklärt nur: “Ich habe dem Kämpfen abgeschworen. Gewalt ist eine Krankheit. Man heilt sie nicht, indem man andere damit ansteckt.” Wohl wahr, “aber Du heilst sie auch nicht, indem Du stirbst”, entgegnet ihm Sandor daraufhin trocken, wohl ahnend, was sich kurze Zeit später ereignen wird…

Als wir ihn anschließend wiedersehen, hackt er gerade friedlich Holz im Wald, während er auf einmal von Pferdewiehern und Schreien aufgeschreckt wird. Als Sandor zum Camp zurückkehrt, findet er nur noch seine Gefährten allesamt niedergemetzelt am Boden wieder - und Ray, sein Retter, hängt an seinem eigenen Turm am Galgen. Wir würden in jenem Moment zu gerne in Sandors Kopf hineinschauen, um seine Gedanken zu lesen, doch die Art, wie er sich anschließend die Axt packt und davonstapft, lässt uns ahnen, dass wir den Hünen in dieser sechsten Staffel nicht zum letzten Mal sahen...

Jene junge Lady, die Sandor einst eigentlich hätte töten sollen/wollen/müssen, hat derweil ganz andere Sorgen: Arya sucht fieberhaft nach einem Weg, Braavos schnellstmöglich zu verlassen und zurück nach Westeros zu kehren. Mit zwei klimpernden Säckchen Geld sichert sie sich die Überfahrt am nächsten Morgen mit einem offensichtlichen “Westerosi” (einem Bewohner der Sieben Königreiche). Doch so wie es aussieht, wird sie diese Reise möglicherweise doch nicht antreten können…

...denn The Waif ist ihr dicht auf den Fersen! Hinter dem Gesicht einer alten Frau versteckt nähert sie sich Arya, die auf einer Brücke die Statue des Koloss von Braavos betrachtet, und sticht unserer kleinen Heldin urplötzlich mehrfach in den Unterleib! Arya schafft es gerade so, zu fliehen, indem sie sich von der Brücke in den Fluss fallen lässt - doch allein das Blut im Wasser deutet darauf hin, dass es ihr - sofern sie diese Attacke denn überlebt - ziemlich schlecht gehen muss.

Als The Waif mit selbstgefälligem Grinsen verschwindet, taucht Arya wieder auf (juchhe!) und schleppt sich mit letzter Kraft und heftig blutend zurück in die Stadt, wo sie jedoch voller Panik die Leute um sie herum mustert, in der Angst, hinter irgendeinem dieser Gesichter könnte wiederum The Waif stecken… Auch die Menschen starren die blutende Arya entsetzt an und wir fragen uns bange, was unsere Heldin denn nun wohl unternehmen wird? Doch vielleicht macht ihre Geschichte ja in der kommenden Woche schon den entscheidenden Schritt vorwärts - trägt Folge 8 von Game of Thrones Staffel 6 doch den vielsagenden Titel “No One”... Was meint ihr, wie geht es für Arya nun weiter? Werden Jon, Sansa & Co. tatsächlich Winterfell mit nur so wenigen Männern angreifen? Und was erwartet uns nächste Woche in Königsmund?

Quelle : HBO/OCS - Credits: HBO