In den Nächten kühlt es stark ab, der Atem wird sichtbar.
Berlin und Brandenburg stehen vor einer kühlen Wetterphase mit klaren Nächten und typischem Oktoberschein. Eine nördliche Strömung schickt frische Polarluft in die Region. Das sorgt tagsüber für freundliche Abschnitte, nachts aber für knackige Kälte und stellenweise Frost.
Kaltluft aus dem Norden: was jetzt auf die region zukommt
Am Rand eines Hochs über der Nordsee rutscht eine Kaltfront südwärts. Die milde Luft weicht trockener, polarer Luft. Tagsüber pendeln die Temperaturen nur noch im niedrigen zweistelligen Bereich. Nachts strahlt die Wärme rasch aus, vor allem dort, wo es aufklart und der Wind schläft.
In klaren Nächten sind am Erdboden bis zu -8 Grad möglich. Luftfrost um 0 bis -4 Grad droht vor allem abseits der Städte.
Freitag (17.10.): wechselhaft, abends spürbar kälter
Der Tag bringt einen Mix aus Wolken und kurzen Auflockerungen. Örtlich fällt etwas Regen, häufig bleibt es trocken. Die Höchstwerte erreichen 12 bis 14 Grad, dazu weht ein schwacher bis mäßiger Wind aus West bis Nordwest.
Am Abend lockert es von Norden her auf. In der Nacht sinken die Werte auf 5 bis 1 Grad. In der Nordhälfte Brandenburgs ist erster leichter Bodenfrost möglich, vor allem auf Wiesen und in Senken.
Samstag (18.10.): freundlich am tag, sehr kalte nacht
Ruhiges Hochdruckwetter setzt sich durch. Heiter bis wolkig, meist trocken, ein kühler, aber angenehmer Herbsttag. Die Höchsttemperaturen liegen bei 11 bis 13 Grad.
Nachts wird es ernst mit dem Frost. Die Luft kühlt auf 0 bis -4 Grad ab. Am Erdboden sind bis -8 Grad drin, besonders in ländlichen Lagen, auf Feldern und in Kaltluftsenken. Der Wind bleibt schwach, dadurch fühlt sich die Kälte noch schärfer an.
Klarer Himmel, wenig Wind, trockene Luft: Das ist das Frost-Rezept für die Samstagnacht.
Sonntag (19.10.): ruhiges herbstwetter, abends mehr wolken
Der Sonntag zeigt sich heiter bis teils wolkig, niederschlagsfrei. Die Höchstwerte erreichen 10 bis 12 Grad, der Wind weht schwach bis örtlich mäßig aus Südost.
In der Nacht ziehen von Westen Wolken auf. Die Tiefstwerte liegen dann bei 4 bis 2 Grad. Es bleibt trocken, der Südostwind dämpft die Abkühlung etwas.
Die aussichten im überblick
| Tag | Tagestemperatur | Nacht | Wind | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Freitag (17.10.) | 12–14 °C | 5 bis 1 °C, örtlich Bodenfrost | West bis Nordwest, schwach bis mäßig | Abends aufklarend, frisch am Morgen |
| Samstag (18.10.) | 11–13 °C | 0 bis -4 °C, am Erdboden bis -8 °C | Schwachwindig | Hohe Frostgefahr in Tälern und auf Feldern |
| Sonntag (19.10.) | 10–12 °C | 4 bis 2 °C, Wolken nehmen zu | Südost, schwach bis mäßig | Etwas mildere Nacht, trocken |
Warum die nächte so stark auskühlen
Drei Faktoren wirken zusammen. Erstens trocknet die Luft mit der Kaltfront ab. Zweitens sorgt Hochdruck für klare Nächte, die Erde kann ungebremst Wärme abstrahlen. Drittens fehlt der Wind als Durchmischer. So bildet sich eine Inversion, die bodennahe Luftschicht kühlt deutlich stärker ab als die darüberliegende.
Städte wie Berlin speichern wegen dichter Bebauung tagsüber mehr Wärme. Trotzdem reicht es in Parks, Außenbezirken und an Wasserflächen leicht für Reif. Auf dem Land geht es schneller in den Frost. Senken und Niederungen sammeln Kaltluft wie in einer Schüssel.
Brücken, Waldschneisen, unbeleuchtete Landstraßen: Hier bildet sich Reifglätte zuerst.
So schützen Sie sich und Ihr zuhause
Frostnächte kommen jedes Jahr, doch der erste Schwung trifft viele unvorbereitet. Ein kurzer Check hilft, Schäden und Stress zu vermeiden.
- Auto: Eiskratzer, Handschuhe und Türdichtungspflege bereitlegen. Frostschutz im Wischwasser prüfen.
- Fahrrad: Licht testen, Schutzbleche montieren, Reifen auf Profil und Druck prüfen.
- Wohnung: Thermostat testweise hochdrehen, Heizkörper entlüften, Zugluft an Fenstern abdichten.
- Garten: Kübelpflanzen in Hausnähe stellen oder abdecken. Empfindliche Kräuter schützen.
- Wasser: Außenhähne schließen und entleeren. Schläuche abnehmen, Regentonnen abdecken.
- Kleidung: Mehrere dünne Lagen, Mütze am Morgen. Atmungsaktive Jacke gegen Nebelfeuchte.
Tipps für pendlerinnen und pendler
Morgens bilden sich bei klarem Himmel oft Reif und Nebelfelder. Das bremst den Verkehr und verlangt mehr Aufmerksamkeit.
- Fünf Minuten früher losfahren, Scheiben vollständig freikratzen, nicht nur ein Guckloch.
- Auf Brücken und in Niederungen mit glatten Stellen rechnen, besonders vor Sonnenaufgang.
- Radfahrende wählen beleuchtete Strecken, Handschuhe und reflektierende Kleidung erhöhen die Sichtbarkeit.
- ÖPNV: Puffer einplanen, Nebel kann den Takt verlangsamen.
Gesundheit und alltag
Die trockene Kaltluft reizt Atemwege. Wer empfindlich reagiert, sollte die Wohnung nicht überheizen und auf ausreichende Luftfeuchte achten. Kurzes Stoßlüften hilft, Schimmel zu vermeiden. Viele unterschätzen die Temperaturunterschiede zwischen Sonne und Schatten. Eine leichte Mütze am Morgen verhindert Spannungskopfschmerz.
Hinweise für gärtner und hauseigentümer
Jungpflanzen und mediterrane Gewächse reagieren schnell. Vlies, Noppenfolie oder alte Decken schützen für die zwei kalten Nächte meist ausreichend. Erdnahes Gemüse wie Salat oder Kräuter im Topf rückt man an die Hauswand, dort speichert das Mauerwerk Restwärme. Bei Kleingewächshäusern nachts lüftungsdicht schließen, tagsüber leicht öffnen, um Feuchte zu reduzieren.
Wer Regentonnen und Außenleitungen jetzt sichert, spart sich geplatzte Armaturen im Winter.
Was die nächsten tage noch bringen könnten
Die Frostlage entspricht der zweiten Oktoberhälfte. Statistisch treten in Brandenburg die ersten Bodenfröste häufig zwischen Mitte und Ende Oktober auf. Ein kurzer milderer Einschub zu Wochenbeginn ist möglich, da der Wind auf Südost dreht. Tags bleibt es dann frisch, die Nächte werden etwas weniger streng, vor allem unter dichterer Bewölkung.
Mit der klaren, trockenen Luft steigt die Chance auf Strahlungsnebel in den Morgenstunden. Sichtweiten können kurzfristig stark schwanken. Wer gern den Himmel beobachtet, hat bei klarem Wetter gute Bedingungen für Sternschnuppen und die Milchstraße. Für Nordlichter bräuchte es einen kräftigen Sonnenwindschub; das lässt sich nur sehr kurzfristig seriös einschätzen.
Ein kurzer blick in die physik hinter dem frost
Die bodennahe Luft verliert nachts Energie durch langwellige Abstrahlung. Trockene Luft und ein wolkenfreier Himmel reduzieren die Gegenstrahlung. Der Erdboden unterschreitet so schnell die 0-Grad-Marke. Deshalb meldet das Thermometer am Fenster häufig noch knapp über Null, während Gräser, Autoscheiben und Dächer schon weiß überhaucht sind. Dieser Unterschied erklärt auch, warum die Warnungen speziell zwischen Luftfrost und Bodenfrost unterscheiden.








