Ein neuer Vergleich zeigt, wie stark Allwetterreifen bei Sicherheit, Preis und Haltbarkeit differieren können.
Der aktuelle ADAC-Vergleich für die Kompaktklasse in 225/45 R 17 trennt Spreu von Weizen. Nur zwei Modelle erhalten eine klare Empfehlung: Ein Testsieger und ein Preistipp. Für Käufer entsteht damit eine einfache Wahl zwischen maximaler Leistung und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Adac-test 2025 im Überblick
Getestet wurde die populäre Dimension 225/45 R 17, die auf vielen Kompaktwagen sitzt. Der Fokus lag auf Alltagstauglichkeit in allen Jahreszeiten: vom nassen Herbst über winterliche Landstraßen bis zum trockenen Sommerasphalt. Dabei zeigt sich ein Bild, das viele Fahrer kennen: Allwetterreifen machen das Leben bequemer, verlangen aber Kompromisse. Wer die richtigen Prioritäten setzt, trifft trotzdem eine sehr gute Wahl.
Nur zwei Modelle überzeugen im ADAC-Test 2025 in 225/45 R 17 so deutlich, dass sie als klare Empfehlungen gelten: ein Testsieger und ein Preistipp.
Was der ADAC prüft
Der ADAC gewichtet Sicherheitskriterien besonders stark. Dazu gehören Bremswege, Seitenführung und Stabilität auf Nässe sowie Fahrverhalten auf Schnee und Eis. Hinzu kommen Verschleiß, Geräuschentwicklung und der Verbrauchseinfluss. Allwetterreifen müssen einen Kompromiss über das ganze Jahr liefern. Deshalb lohnt der Blick auf die Details der Bewertung.
- Nässe: Bremsweg, Aquaplaning längs/quer, Handling
- Trocken: Bremsen, Lenkpräzision, Hochgeschwindigkeitsstabilität
- Winter: Traktion und Bremsen auf Schnee, Grip auf Eis
- Komfort: Innengeräusch und Abrollverhalten
- Ökonomie: Verschleiß, Kraftstoff-/Energieverbrauch
Testsieger vs. Preistipp: Goodyear gegen Viking
Die Auswertung zeigt ein klares Duell: Goodyear holt den Gesamtsieg, Viking punktet als Preisempfehlung. Beide Reifen richten sich an unterschiedliche Bedürfnisse – und beide funktionieren im Alltag sehr gut, nur mit anderen Stärken.
| Kriterium | Goodyear (Testsieger) | Viking (Preistipp) |
|---|---|---|
| Nässe | sehr hohe Sicherheitsreserven, kurze Bremswege | solide Haftung, etwas längere Bremswege |
| Trocken | präzise Lenkung, ruhiger Geradeauslauf | unkompliziertes Handling, leicht weniger Lenkpräzision |
| Schnee/Eis | zuverlässige Traktion, harmonisches Regelverhalten | ausreichender Grip, defensivere Abstimmung |
| Geräusch | angenehm leise innen | hörbar, aber nicht störend |
| Verbrauch | effizient abgestimmt | im Mittelfeld |
| Verschleiß | robuste Laufleistung | ordentliche Haltbarkeit |
| Preis | höher | deutlich günstiger pro Reifen |
Wer vier Reifen kauft, kann mit dem Preistipp je nach Händlerpreis rund 120 Euro sparen – ohne das Sicherheitsniveau völlig zu verlassen.
Für wen eignen sich die beiden Empfehlungen?
Goodyear spricht Fahrer an, die häufig bei Regen unterwegs sind, Wert auf kurze Bremswege legen und ein besonders ausgewogenes Fahrgefühl suchen. Das passt zu Pendlern mit Autobahnanteil, Vielfahrern und allen, die in wechselhaftem Klima unterwegs sind.
Viking punktet bei preisbewussten Käufern, Zweitwagen, Stadtverkehr und gemischten Einsätzen ohne lange Hochgeschwindigkeitsetappen. Wer selten auf verschneiten Passstraßen fährt, fährt mit dem Preistipp sehr vernünftig – und schont das Budget spürbar.
Sicherheit zuerst: was die Praxis zeigt
Nässe bleibt die Königsdisziplin. Hier trennt sich die Spreu. Der Testsieger hält Reserven beim Ausweichen und bremst in kritischen Situationen spürbar souveräner. Auf trockener Strecke fallen die Unterschiede kleiner aus, aber die Lenkpräzision bleibt ein Pluspunkt. Im Winterbetrieb liefern beide Modelle den geforderten 3PMSF-Standard, der für echte Wintereignung steht. Das sorgt für Rechts- und Versicherungssicherheit bei M+S/Alpine-Pflicht.
Beim Verschleiß zahlt sich eine harmonische Gummimischung aus. Wer lange Laufleistung erwartet, achtet auf Rotationswechsel (Vorder-/Hinterachse), korrekten Luftdruck und regelmäßige Achsvermessung. So halten sowohl Testsieger als auch Preistipp spürbar länger.
Kaufentscheidung erleichtern: so gehst du vor
- Dimension prüfen: 225/45 R 17, Last- und Geschwindigkeitsindex laut Fahrzeugschein.
- Einsatzprofil klären: Stadt, Land, Autobahn, Berge, Schneerisiko.
- Budget festlegen: Reifenpreis mal vier plus Montage, Auswuchten, Altreifenentsorgung.
- Labelwerte vergleichen: Nässeklasse, Effizienz, Geräusch – Laborwerte sind Anhaltspunkte, der ADAC-Test gewichtet praxisnäher.
- Herstellerfreigaben beachten: vor allem bei E-Autos und schweren Modellen.
Rechnung für dein Budget: so kann sich der Preistipp lohnen
Nehmen wir an, der Preisunterschied liegt bei etwa 30 Euro pro Reifen. Bei vier Reifen sparst du rund 120 Euro beim Kauf. Fährst du 10.000 Kilometer im Jahr und planst drei Jahre Nutzung, bleiben die jährlichen Kosten merklich niedriger. Wer häufiger bei Starkregen unterwegs ist oder regelmäßig lange Autobahnstrecken fährt, kann dem Testsieger den Vorzug geben – das Sicherheitsplus auf Nässe rechnet sich vor allem in kritischen Situationen.
Wer hauptsächlich städtisch fährt, selten über 130 km/h unterwegs ist und nur gelegentlich winterliche Bedingungen sieht, fährt mit dem Preistipp realistisch und spart direkt beim Kauf. Beide Strategien sind legitim – die Wahl folgt deinem Profil, nicht bloß dem Etikett.
Wichtige begriffe kurz erklärt
- 3PMSF/Alpine-Symbol: Schneeflocke im Bergpiktogramm. Weist geprüfte Wintertauglichkeit nach, anders als das alte M+S.
- Labelwerte: EU-Label zu Nässe, Effizienz, Geräusch. Gut für Vergleich, ersetzt keinen Praxistest.
- Geschwindigkeitsindex: V, W, Y usw. Muss zum Fahrzeug passen, sonst drohen Einschränkungen.
- DOT/Alter: Reifen altern. Ab etwa sechs Jahren regelmäßig prüfen, nach zehn Jahren meist ersetzen.
Tipps für montage, pflege und laufleistung
Montage auf Achse: Die besseren Reifen gehören in der Regel nach hinten, um ein stabiles Heck zu sichern. Nach 8.000 bis 10.000 Kilometern vorn/hinten tauschen, um gleichmäßigen Abrieb zu fördern. Luftdruck monatlich prüfen, bei Beladung anheben. Felgen und Reifen sauber halten, Ventile mit Kappen schützen, Reifendrucksensoren nicht beschädigen.
E-Autos belasten Reifen stärker. Achte auf Modelle mit stabiler Karkasse und guter Effizienz. Das reduziert Abnutzung und steigert Reichweite. Wer Anhänger zieht oder oft mit voller Ladung fährt, sollte einen höheren Lastindex wählen und den Druck entsprechend anpassen.
Noch ein paar nützliche gedanken für die praxis
Allwetterreifen ersetzen den saisonalen Wechsel, aber nicht jede Situation. In Regionen mit häufigem, anhaltendem Schneefall bleibt ein guter Winterreifen überlegen. Umgekehrt bringt ein hervorragender Allwetterreifen in der Stadt und im Flachland einen echten Komfortgewinn. Prüfe außerdem, wie lange du planst, das Fahrzeug zu fahren: Wer bald wechselt, profitiert eher vom günstigeren Einstieg; wer lange hält, rechnet mit Verschleiß und Sicherheit über Jahre.
Für Flotten und Carsharing-Fahrzeuge zahlt der Preistipp oft auf die Gesamtkosten ein. Privatfahrer mit hohem Autobahnanteil greifen eher zum Testsieger. Unabhängig von der Wahl gilt: Kalibriere Assistenzsysteme nach Reifenwechsel korrekt, kontrolliere Spur und Sturz nach Bordsteinkontakt und halte dich an die Drehmomentvorgaben der Radschrauben.









Hat jemand konkrete Bremswege in Metern? Im Artikel steht „kurze Bremswege“ für Goodyear, aber wie groß ist der Abstand zu Viking bei Nässe? Fahre oft A7 mit 130–150 km/h – lohnt der Mehrpreis realistisch?